Gedanken zur Alpinen Weltmusik

  Alpine Weltmusik?
  Alpentöne - Internationales Musikfestival
  Neue Volksmusik
  Die Zeitschrift Folker! über Alpine Weltmusik


Die Zeitschrift Folker! über Alpine Weltmusik

(Folker! Nr.2/2002: www.folker.de)

«Die "Neue Volksmusik" ist tot, es lebe die ... Alpine Weltmusik - Ausschnitte aus einem Gespräch mit Hage Hein, dem ökonomischen Strategen der Alpen-Szene

Christian Rath, Folker!:
Etwa alle zehn Jahre erfindest du einen neuen Begriff für ungewöhnliche Musik aus Bayern und Österreich. Was du Anfang der 90er-Jahre als "neue Volksmusik" bezeichnet hast, soll nun "alpine Weltmusik" heißen. Warum braucht man einen neuen Terminus?


Hage Hein:
So ein Begriff soll den Medien zeigen, hier entsteht etwas Neues und es handelt sich nicht nur um ein, zwei Künstler, die schon im Rampenlicht stehen, sondern um eine relativ breite Szene.

Und was konkret soll der Begriff "alpine Weltmusik" signalisieren?

Er soll dem deutschen Publikum deutlich machen, dass Weltmusik eben nicht nur von fremden Kontinenten kommt, sondern auch aus dem eigenen Kulturraum. Es wundert mich einfach, dass jemand wie Hubert von Goisern immer noch eher als Gaudi-Musiker angesehen wird und weniger als eigenständiger Beitrag zur globalen Popkultur. Und für das internationale Publikum ist ein Begriff wie "alpine Weltmusik" verständlicher, weil sich "neue Volksmusik" zu stark an der deutschsprachigen Debatte um den volkstümlichen Schlager orientierte.

Warum hat es denn nicht geklappt mit dem ganz großen Durchbruch? Warum wurde der deutschsprachige HipHop so wichtig und nicht deutschsprachiger Jodel-Rock und Alpen-Jazz?

Wir waren ja schon damals nicht Teil einer Jugendbewegung, sondern Teil der Erwachsenenkultur. Deshalb fehlte uns eine spezifisch subkulturelle Szene, in der das Ganze hätte an Breite gewinnen können. Und für ein eher Mainstream-orientiertes Massenpublikum muss man natürlich mehr sein als ein virtuoser und kreativer Künstler. Hier kommt es auch auf die Attraktivität der Person und der Bühnenpräsenz an...

Wenn man eine Musikrichtung voranbringen will, muss man eigentlich eher die Jugend gewinnen...

Ist etwa der Buena Vista Social Club ein Jugendphänomen? Auch in der alpinen Weltmusik-Szene gibt es natürlich Künstler, die jung sind und mit sehr modernen Musikstilen arbeiten. Nimm etwa das Projekt mit Zabine, der ehemaligen Alpinen Sabine aus der Alpinkatzen-Zeit. Dort ging es um eine Verbindung von deutschen Texten und Jodel-Elementen mit House, TripHop und Funk.

Gibt es im Ausland nicht Probleme mit der deutschen Sprache?

Seit wann spielt das Sprachverständnis bei Weltmusik eine Rolle? Was die Texte bedeuten, kann man ja auch bei den Ansagen erklären...

Was hat alpine Musik denn der Weltmusik-Szene zu bieten?

Was soll die Frage? Es ist doch wichtig, dass es auch fortschriftliche Kräfte gibt, die sich der heimischen Kultur annehmen!»